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Herbstzauber im Maximilian Park Gartenausflug nach Hamm

Foto: Siegfried Rubbert

Piet Oudolf’s Staudenkompositionen nach unserem Sommerbesuch im vergangenen Jahr auch einmal im Herbst zu sehen, dass stand schon 2020 auf dem Programm und ist in diesem Jahr nun am 3. November Wirklichkeit geworden.

Wieder geführt von Frau Petra Rieke-Schrewe, die den Grünbereich des Parks leitet, waren wir 16 Teilnehmer erst recht gespannt auf die Stauden von Piet Oudolf, dem niederländischen Pflanzenkenner und Gestalter von genialen Staudenpflanzungen.

Zur Erinnerung:

Als vormalige Zeche und Gartenschaugelände von 1984 ist der Maximilianpark heute Freizeitgelände mit vielfältigen Attraktionen. Als Exkursionsziel für Staudenpflanzungen also eher ungewöhnlich. Als es allerdings vor mehr als 10 Jahren darum ging, eine in die Jahre gekommene Teilfläche umzugestalten, kam auch der Kontakt zu Piet Oudolf zustande. Eingenommen von dem Ort plante er gleich zwei große Staudenflächen und die Parkverantwortlichen haben sich darauf eingelassen. Allen voran unsere Führerin, die von Beginn an dabei war. Die Verbindung zu Piet Oudolf hält bis heute. So wurden die beiden bestehenden Flächen durch ein Dritte komplettiert.

Pünktlich ging es los, auch mit dem Regen, der der Wetterprognose alle Ehre machte, aber den Eindruck nicht schmälern konnte. Eher im Gegenteil. Kamen doch die Kontraste der vielen Braun-, Schwarz-, Gelb- und Grautöne bei den verblühten Blütenständen erst recht zur Geltung. Und ebenso die Strukturen, die genau gestaltet noch besser als im Sommer erkennbar wurden. Viel, viel weniger Farbe und ganz anders der Eindruck an Formen im Detail.

‚Die Auswahl der Stauden fast immer bis hin zur richtigen Sorte, das macht die Kunst des Gartenplaners aus.‘ so Frau Rieke-Schrewe. Piet Oudolf hat eine unvergleichliche Pflanzenkenntnis und kann sich vorstellen, wie die Komposition zusammen wirkt und das nicht nur im Sommer, sondern auch im Herbst und Winter. Welche Pflanzenteile bleiben stehen? Wie verändern sich die Farben? Bleiben die Blätter noch ein paar Wochen dran? Werden sie braun? grau? oder gelb? Was blüht noch im November?

Und das Wissen steckt auch im Detail zu Standort und Mikroklima: So gab es viele Erfahrungen von Frau Rieke-Schrewe, z.B. welche Sorten an Wasserdost (Eupatorium) lange ansehnlich bleiben (und welche nicht!). Dass es den Silberkerzen (Cimicifuga) der Sorte ‚Brunette‘ in Hamm trotz Tröpfchenbewässerung zu trocken ist, aber eine bestimmte Hybride sich bei den Bedingungen viel besser entwickelt. Wir können all die Details in den Beeten nachvollziehen und staunen.

Unter den vielen Stauden drei weitere Beispiele, die besonderen Eindruck hinterlassen haben. Amsonia tabernaemontana var. salicifolia (ein Röhrenstern) prägt die Pflanzung durch rhythmische Wiederholung und aktuell im Dezember durch ein starkes Gelb von Weiden-ähnlichem Erscheinungsbild. Ganz anders die späteste Aster im Jahresverlauf. Aster tartarica ‚Jindai‘ sticht auch jetzt im November noch mit vollem Grün heraus und zaubert einen lockeren blauen Blütenreigen. Im November eher unspektakulär ist die Goldrute, die Art Solidago rugosa, wird nicht zu hoch, gibt lockere Struktur und samt sich nicht aus.

Bis Februar ist das alles noch in der Herbst- und Winterpracht zu sehen. Dann werden alle Stauden runtergeschnitten und das neue Gartenjahr kann beginnen.

Ein großer Dank geht an Frau Rieke-Schrewe für den so gelungenen Rundgang und all die neuen Einblicke. Aber nicht nur, sondern auch für die extra für uns arrangierte Kaffeetafel und die zusätzlichen Schirme.

Dr. Michael Beyer

PS: Frau Rieke-Schrewe kann sicher sein: Bei viele Teilnehmern wird es nicht der letzte Besuch bei den Stauden im Maxipark gewesen sein.