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Botanischer Garten Rombergpark und blühende Englische Staudenrabatten

Am 14. Oktober war es dann soweit, dass Dr. Patrick Knopf, der Direktor des Botanischen Gartens Rombergpark, unserer Gruppe von 17 Mitgliedern des Georg Arends Förderkreises e.V. und Gästen über seinen Park erzählt hat – von den adeligen Ursprüngen der Rodenbergs zu den Rombergs, von den Gartenplanern Lenné und Weyhe, von den Leidenschaften und dem Wirken der früheren Parkleiter Richard Nose, Dr. Gerd Krüssmann, Otto Bünemann, Heribert Reif und von seinen eigenen aktuellen Plänen.

Nach zwei Stunden war den Teilnehmenden dieses Garrtenausflugs dann allerhand vertraut, zum Beispiel, warum
• der Park früher eine unendliche Weite hatte,
• es den Hybrid-Platanen am Parkeingang nach 200 Jahren – „die waren schon zu Napoleons Zeiten da“ – immer noch so gut geht,
• der männliche Ginkgo biloba ‚Tremonia‘, ausgelesen von Dr. Krüssmann, der gleich am Torhaus steht, viel jünger ist und dennoch viele Millionen ‚Nachkommen‘ hat. Und warum weibliche Ginkgo so selten sind,
• die Lindenallee von Norden viel länger ist als von Süden,
• der Eiskeller, der kein Eiskeller ist, dort steht wo er steht und als nächstes saniert wird.
• es botanische Gärten an Universitäten derzeit besonders schwer haben,
• das Gießwasser in Behältern in den Park transportiert wird und warum es keine Wasserleitungen für die Bewässerung gibt
• warum Orchideen und Farne im Rombergpark besonders geschützt werden müssen, und wie man das dort macht,
• es im Nose-Arboretum eine besondere Wegeführung gibt und was deshalb nur aus der Vogelperspektive zu sehen ist,
• es Otto Bünemann geschafft hat, das Bildungsforum Schule, Natur und Umwelt weiter zu entwickeln, obwohl die Stadtpolitik so sehr dagegen war,
• invasive Pflanzen aus fast allen Erdteilen im Rombergpark in neu errichteten Gefängniszellen gehalten werden und es auch eine Anklagebank und Untersuchungshaft geben wird,
• mitunter Termine für Hochzeitsaufnahmen in der Dünenlandschaft mit Feuerwehreinsätzen enden,
• aus Torfmoosen sehr viel Wasser ausgedrückt werden kann und warum diese danach fast ganz weiß aussehen.

… und außerdem ist bei allen die Gewissheit gereift, bei nächster Gelegenheit noch einmal wieder zu kommen, um den ganzen Park noch genauer zu erkunden.

Nach einem keinen Imbiss mit selbstgebackenen Nußecken, Zitronen- und Marmorkuchen samt Kaffee und Tee und viel Gesprächsstoff ging es gleich weiter zu der englischen Staudenrabatte im BG Rombergpark, die von einer Regionalgruppe der Gesellschaft der Staudenfreunde betreut wird.

Als Sprecher der Gruppe der Staudenfreunde machte uns Hanspeter Eickmann, der in dem Projekt von den allerersten Anfängen im Jahre 1996/1997 mitgearbeitet hat, mit dem Konzept vertraut. Die Idee geht zurück auf Parkleiter Heribert
Reif, der den Besuchern des Rombergparks auch die Schönheit von Stauden präsentieren wollte. Das Beet wurde beidseitig präsentieren wollte. Das Beet wurde beidseitig eines geraden Weges auf einer Länge von 92 m und Tiefe von 5 bis 7 m angelegt und mit einigen markanten Kleingehölzen (u.a. Pinus, Cotinus, Malus, Buxus/Taxus) versehen und mit einer Taxushecke umgeben.

Die Bepflanzung erfolgte in einem Farbverlauf von Blau / Violett / Rot / Gelb / Weiß. Jeden farbigen Pflanzbereich gestaltet und entwickelt jeweils ein ‚Beetpate‘ bzw eine ‚Beetpatin‘ nach den eigenen Vorstellungen und Vorlieben. So haben uns nach seiner Einführung und Erläuterung des roten Bereichs nicht nur Herr Eickmann, sondern gleich vier weitere Gruppenmitglieder mit den jeweiligen Abschnitten vertraut gemacht.

Selbst Mitte Oktober waren alle Bereiche geprägt von Farbspielen, Strukturen und großer Vielfalt und bilden ein eindrucksvolles Gesamtbild. Um einige Akteure unten den Stauden zu nennen:
Bidens aurea, Euphorbia palustris (gelbes Laub), Sanguisorba canadensis, Aster ‚Schneetanne‘ (verträgt Chelsea cut und blüht dann im November!), Bergenia ‚Oeschberg‘ (knallrote Blattfärbung), Vernonia-Arten, Schizachyrium scoparium ‚Blue Heaven‘ und Rosa ‚Stanwell Perpetual‘ mit ihrem wirklichen Rosenduft.

Die englische Staudenrabatte der Dortmunder Staudenfreunde hat ein Erfolgsrezept: Freiheit und Leidenschaft von jedem Einzelnen für Monat für Monat und Jahr für Jahr immer wieder neue grandiose Staudenbilder. Jede Jahreszeit bietet besondere Höhepunkte.

Das Fazit: Der Besuch im Botanischen Garten Rombergpark und der Englischen Staudenrabatte lohnt sich immer. Als Insider wissen wir nun, dass die Staudenfreunde häufig am späten Nachmittag dort anzutreffen sind.
Bericht: Dr. Michael Beyer